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Saisonfazit und Karriereende

05.10.2013     Jetzt sitze ich hier an meinem Schreibtisch und anstatt mich auf die Deutsche Meisterschaft Marathon vorzubereiten, welche morgen quasi vor meiner Haustüre in Münsingen stattfindet, kann ich ein sehr ernüchterndes Saisonfazit ziehen sowie mein Karriereende als Leistungssportler im Team Bulls und Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft bekannt geben.

 

Doch der Reihe nach: Ich startete voller Zuversicht und Motivation in die Saison 2013. Zum einen, weil es mein letztes Jahr in der Altersklasse U23 war und ich noch ein paar große Erfolge erzielen wollte, und zum anderen, weil ich schon im Winter wusste, dass dies meine letzte Saison als hochambitionierter Leistungssportler sein wird. Nach meinem Abitur im Sommer 2011 habe ich direkt im Herbst an der Universität Tübingen angefangen, BWL zu studieren. Leider hat dieses System bei mir nicht funktioniert, aufgrund erheblicher Fehlzeiten und der Tatsache, dass ich nach 5 Stunden Uni und danach 3 Stunden Training einfach nicht mehr in der Lage war, mich abends an meinen Schreibtisch zu setzen und zu lernen. Zumal mir dieses Studium in dieser Form auch einfach nicht so gefallen hat, wie ich mir das vorgestellt hatte.


So entschied ich mich also während der ersten Prüfungsphase dieses Studium zu beenden und mich in der Folge eine Zeitlang auf den Radsport zu konzentrieren. Während dieser Zeit wollte ich dann in aller Ruhe überlegen, wohin mein Weg mich führen soll und schauen, welche Türen sich öffnen werden. Im Frühjahr bewarb ich mich dann insbesondere um Duale Studiumsstellen, da ich glaube, dass mir dieses System am meisten zusagt. Gleichzeitig war mir natürlich auch bewusst, dass eine Duale Ausbildung nicht mit Leistungssport funktionieren wird.

 

Als ich dann im Oktober 2012 von der ElringKlinger AG, einem Automobilzulieferer, welcher im MDAX gelistet ist und 1,1 Mrd. Umsatz generiert, eine Zusage für mein Duales Studium als Wirtschaftsingenieur bekommen habe, ist die Entscheidung sofort gefallen. Ich werde diesen Studienplatz annehmen und somit meine Radkarriere im Herbst 2013 beenden. Für mich war diese Entscheidung die einzig logische und sinnvolle, da ich im ersten Anlauf die Kombination von Studium und Sport nicht gepackt hatte, und natürlich nicht nur auf den Sport setzen wollte. Somit war es klar, dass ich eine Ausbildung oder ein Studium anfangen werde. Allerdings befürchte ich, hätte eine Kombination von beidem auch im zweiten Anlauf nicht wesentlich besser geklappt, und als ich dann die Zusage von so einem tollen und großen Unternehmen bekommen habe, musste ich nicht lange zögern.

 

Nichtsdestotrotz wollte ich quasi auf dem Höhepunkt abtreten und eine super Saison fahren. Die Vorbereitung lief gut, ich war viel im Süden zum Trainieren und alles war ausgerichtet auf den 12. Mai 2013, die Marathon Europameisterschaft auf heimischem Boden. Nach Bronze 2012 wollte ich hier natürlich ganz oben stehen.

Doch alles kam ganz anders. Während eines einwöchigen Aufenthaltes auf Mallorca mit dem TOUR Team hatte ich am 5. Tag ein leichtes Zwicken im Knie. Ich machte dort viel K3 Training und dachte mir, das ist in ein paar Tagen wieder weg. Nach dem Heimflug am Dienstag war ich am Mittwoch beim Physio und erwähnte dieses Problem nicht einmal, so harmlos war es da noch. Doch am Freitag (Karfreitag) morgen wurden die Probleme schlimmer. Trotzdem fuhr ich am Samstag Morgen nach Bad Säckingen zum BL Auftakt. Dort waren die Schmerzen schon so stark, dass ich ohne eine Schmerztablette kein Rennen hätte fahren können. Ich war hin- und her gerissen, entschied mich nach Rücksprache mit meinem Trainer dann aber doch für einen Start - vermutlich der größte Fehler im Jahr 2013!

 

Jedenfalls konnte ich nach diesem Rennen 3 Wochen lang nicht trainieren. Schon nach wenigen Minuten auf dem Rad waren die Schmerzen unerträglich. Nach endlos vielen Arzt- und Physiobesuchen und mehrmaligem Kortison-Spritzen ins Knie konnte ich gut 2 Wochen vor dem 12. Mai wieder mehr oder weniger schmerzfrei fahren. Ich versuchte natürlich alles, um noch so einigermaßen fit zu werden, doch es war klar, dass ich nur mit einem mittelmäßigen Niveau an der Startlinie stehen werde. Trotz allem lief das Rennen dann erstaunlich gut, ich lag nach der Hälfte der Distanz zusammen mit einem Konkurrenten auf Platz 2 und 3. Mein großes Ziel war zwar außer Reichweite, aber nach dieser Vorgeschichte wäre ich mit einer Medaille immer noch hochzufrieden gewesen. Bei der Zieldurchfahrt nach der 1. Runde lagen wir immerhin über 2 Min vor unseren Konkurrenten Christian Pfäffle und Ben Zwiehoff auf Platz 4 und 5. Doch nach ca. 60 von 100 Km machte es auf einmal pfffffftt und ich hatte Plattfuß. Bis zur technischen Zone verlor ich so unglaublich viel Zeit, dass ich kurz danach das Rennen zutiefst enttäuscht beendete.

 

Eine Woche später stand das Weltcuprennen in Albstadt/ Deutschland an. Auch hier wollte ich natürlich dabei sein. Unter der Woche waren die Knieschmerzen wieder schlimmer und ich wusste natürlich, dass meine Form nicht gut ist. Das Rennen lief dann auch bescheiden und ich beschloss, jetzt einen Neuaufbau zu starten. Doch dies sollte bis heute mein letztes Rennen auf deutschem Boden sein.

 

Nach kurzer Erholung startete ich zusammen mit ein paar Kollegen nach Frankreich, um dort in den Alpen einen soliden Aufbau zu machen. Doch auch hier wurde ich immer wieder von Knieproblemen ausgebremst. Ab da an zog sich das mit dem Knie wie eine Wellenlinie weiter. Trainierte ich etwas mehr, wurden die Schmerzen schlimmer, machte ich ein paar Tage ruhig, ließen sie wieder etwas nach. An ein geregeltes Training war so natürlich nicht zu denken. So musste ich Woche für Woche tief enttäuscht Rennen für Rennen absagen.

Das einzige Rennen was ich noch gefahren bin, war somit die Vuelta Imbabura in Ecuador. Dieser Trip war schon die ganze Saison geplant und ich war dort mit meinem Teamkollegen Stefan Sahm. Weil wir dort ein sehr volles Programm hatten und nicht sehr viel trainiert haben, hatte ich dort relativ wenig Schmerzen und konnte das Rennen auf einen Vulkan dann auch auf Platz 3 beenden! Voller Zuversicht flog ich danach wieder nach Deutschland und wollte jetzt nochmals durchstarten, doch sobald ich etwas mehr trainierte, wurden die Schmerzen wieder schlimmer.

 

Doch eine große Hoffnung hatte ich noch. Das Rennen, was sowieso mein Abschlussrennen werden sollte. Die Deutsche Meisterschaft am 6. Oktober in Münsingen. Ich hatte das Ziel, mich noch für dieses eine Rennen vorzubereiten und mir und meinem Team einen schönen Abschluss zu bieten. Vor einigen Wochen musste ich jedoch auch dieses Ziel ad acta legen.

 

Somit war diese, meine letzte Saison, eine einzige Katastrophe. Ich hatte incl. der Trainingsrennen auf Zypern 8 Renntage! Das einzig positive an der Verletzung ist wohl, dass sie mir den Abschied vom Leistungssport etwas leichter gemacht hat, da mir Schonungslos gezeigt wurde, wie angreifbar und verletzlich man als Sportler ist, und das sogar ohne Sturz und Unfall.

 

Mein Studium ging am 1. Oktober los und ich schaue mit großer Vorfreude auf die kommenden 3 Jahre als Student. Ich hoffe, meinen Ehrgeiz und die Disziplin aus dem Sport auch auf das Studium übertragen zu können und auch hier erfolgreich zu sein.

 

Ich hatte eine wunderbare Zeit im Sport mit unendlich vielen Begegnungen und Erlebnissen. Vor 12 Jahren startete ich als kleiner Junge bei meinem Verein TSV Dettingen meine "Radkarriere" mit dem Gedanken, vielleicht ist das ja der Beginn einer großen MTB Karriere. Ich habe es zwar nicht zum Profi geschafft und war auch nie Deutscher Meister, aber ich denke, ich kann trotzdem Stolz sein auf das, was ich erreicht habe. Auf regionaler Ebene war ich in den Juniorenjahren absolut unangefochten, auf nationaler Ebene gehörte ich meistens zu den Top 3 in meinem Jahrgang und war viele Jahre Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft. Ich stand bei der Europa- und Weltmeisterschaften am Start sowie bei etlichen Weltcuprennen.

 

Mit dem Gewinn der Bronze Medaille bei der Europameisterschaft und dem Gewinn des Etappenrennens Trans Schwarzwald habe ich im vergangenen Jahr auch zwei große und viel beachtete Erfolge feiern können.

 

Ganz besonders Danken möchte ich natürlich meinen Eltern und meinem Team Bulls. Ohne Sie wäre das alles überhaupt gar nicht möglich gewesen, genau so wenig wie ohne meinen ersten Trainer Ralf Kleih, der mich jahrelang trainiert hat und von dem ich unglaublich viel gelernt habe, ebenso wie von meinem aktuellen Coach Peter "Speedy" Schaupp, der mich zu meinen größten Erfolgen im vergangenen Jahr geführt hat! Außerdem bin ich jedem dankbar, der mich in meiner Karriere begleitet hat, egal ob als Sportler, Trainer, Teammanager oder in sonst einer Form.

 

Es war eine geile Zeit, danke an alle!!

 

Ich hoffe natürlich, dass ich möglichst eng mit der Szene verbunden bleiben kann und man sich bald wieder auf einem Rennen sieht!

 

Euer Marcus

Riesige Enttäuschung bei der Marathon EM

13.05.2013     Es war mein absolute Saison- Highlight und es hätte mein großer Tag werden sollen! Doch leider kam alles anders und es hat nicht sollen sein...Die Enttäuschung ist unglaublich groß und ich werde sicher einige Tage oder vielleicht auch Wochen benötigen, um dieses Ereignis abhaken zu können. Doch der Reihe nach, was ist passiert?

 

Dass meine Vorbereitung mit den heftigen Knieproblemen und 3 Wochen Trainingspause gepaart mit 5 Wochen Rennpause nicht optimal war, das war klar. Doch trotzdem war ich vor dem Rennen sehr optimistisch! Die Beine fühlten sich im Training gut an und ich hatte eine große innere Zuversicht, dass ich trotz den ganzen schlechten Umständen im Vorfeld ein super Rennen fahren kann und sich mein großer Traum vom Europameister Titel erfüllen wird!

 

Die Halsschmerzen, die dann Mittwochs vor dem Rennen auch noch dazukamen, versuchte ich weitestgehend zu ignorieren und ich war sehr fokussiert auf den Rennsonntag. Die finalen Vorbereitungen auf der Strecke liefen super und auch Physio-technisch war ich perfekt betreut, war doch mein eigener Physio Volker Werner auch als Teamphysio des Team Bulls dabei! Ich fühlte mich gut und alles war bereit für den großen Showdown am Sonntag!

 

Das erste Hindernis stellte sich dann noch am Samstagabend in den Weg, als bekannt wurde, wie die Startaufstellung stattfinden wird. Im Grunde ist es einfach lächerlich, wie sich die Verbände verhalten wie bei einem absoluten Hobbyevent, es kann doch nicht sein, dass Topstars der Szene wie Karl Platt oder Urs Huber irgendwo auf Platz 50 im Startfeld stehen! Ich selbst fand mich so ca. auf Position 70 wieder, und das nach Platz 21 bei der letztjährigen Europameisterschaft! Ich wusste zwar aus dem letzten Jahr, dass ein guter Startplatz in Singen enorm wichtig ist, da an ein Überholen auf den ersten Kilometern bei hohem Tempo fast nicht zu denken ist. Naja, auch diese Einschränkung hakte ich schnell ab und wollte die Wut darüber lieber in Vortrieb umwandeln!

 

Das Rennen begann dann auch ganz gut, ich kam zwar nicht so nach vorne wie ich mir das gewünscht hätte und meine Beine waren wie bei mir fast schon typisch am Anfang nicht überragend, doch trotzdem fand ich mich in einer gut harmonierenden Gruppe um Platz 30 wieder. Mit in meiner Gruppe war ein weiterer U23 Fahrer und so absolvierten wir die erste Runde auf Platz 2 und 3 der U23 Wertung. Während des Rennens war uns zwar nie ganz klar, auf welchen Positionen wir genau liegen, da die Informationen von außen alle unterschiedliche lauteten und unsere Startnummern bei den schlammigen Bedingungen nicht mehr zu erkennen waren, aber wir wussten schon, dass wir wohl zumindest auf Podiumskurs sind, eigentlich dachten wir sogar wir fahren an Position 1 und 2. Doch der Pole, der später auch das Rennen gewonnen hat, muss wohl schon ganz am Anfang entwischt sein und wie ich später gesehen habe, stand er tatsächlich auch in der Startaufstellung deutlich weiter vorne.

 

So lief also die erste Runde und ich war mir sicher, dass ich wie gewohnt auf der zweiten noch stärker werde und mir dann die Silbermedaille sichern kann. Zu Beginn der zweiten Runde hatte ich am ersten langen Anstieg kurzzeitig Probleme und musste meinen Kontrahenten und einen Teil der Gruppe um 50 Meter ziehen lassen. Ich spürte nun schon auch das fehlende Training und die nachlassenden Kräfte, doch mit der Cola, die ich Anfangs der Runde bekam, war ich mir sicher, dass sich mein Energiehaushalt gleich wieder auffüllt und ich wieder kraftvoll durchstarten kann.

 

Doch dann hörte ich auf einen Schlag ein pffffft Geräusch, 30 Meter lang war es wieder still, und wieder pfffft...Ich schaute auf meinen Vorderreifen, da war nichts zu sehen und zu spüren. Danach schaute ich auf meinen Hinterreifen und da entdeckte ich einen großen weißen Fleck mitten auf der Lauffläche des Reifens. Das Geräusch des Luftverlustes wiederholte sich noch einige Male und dazwischen dichtete die Milch immer wieder kurzzeitig ab. Ich war mir sicher, dass die Milch dann den Reifen wieder endgültig abdichten konnte und ich so zumindest bis zur nächsten Techzone mit einem relativ vollen Laufrad fahren kann. Doch nichtmal einen Kilometer später machte es dann ein letztes Mal pffft, diesesmal etwas lauter und länger, und dann war der Reifen platt! Ich konnte es nicht fassen!


Warum musste ich nach dem ganzen Pech in der Vorbereitung jetzt auch noch einen platten Reifen fahren, zumal auf einer Strecke, auf der man eigentlich gar keinen Plattfuß haben kann?! Die zweite Frage beantwortete sich später im Ziel, als meine Mechaniker Gerri und Lukas ein knapp 2 cm langes vierkant Eisenstück in meinem Reifen fanden, welches sich durch den Mantel gebohrt hatte! Warum gerade ich dieses Eisenstück überfahren musste und es sich dann auch noch in den Reifen gebohrt hat, das weiß ich auch nicht.

 

Jedenfalls standen dann für mich einige lange Kilometer auf der Felge bis zur nächsten Feedzone an. Diese Fahrweise kostet natürlich enorm Moral und vor allem Kraft, aber schließlich lag ich ja immer noch auf Bronze-Kurs und wollte mir unbedingt diese Medaille sichern! Als dann ca. einen Kilometer vor der Feedzone Platz 4 und 5 der U23 Wertung an mir vorbeifuhren, war das natürlich der nächste mentale Tiefschlag. Bei der ersten Zieldurchfahrt hatten wir noch exakt 2 Minuten Vorsprung auf diese beiden!

 

Der Laufradwechsel klappte dank meinem Teammanager sehr schnell und so wollte ich die Verfolgungsjagd starten. Die Betonung liegt auf wollte, denn irgendwie ging nun gar nichts mehr. Die Beine drehten nicht mehr gut, ich konnte mich nicht mehr aufs Rennen fokussieren, fing stattdessen an zu hadern, warum ausgerechnet ich genau jetzt soviel Pech haben muss. Ich versuchte mich zusammenzureißen, doch es half alles nichts...Statt wieder aufzuholen, vergrößerte sich mein Rückstand. Kurz danach überholte mich ein weiterer U23 Fahrer und nun war meine Moral endgültig am Boden. An einem langen, steilen Teeraufstieg, an dem mein Trainer Speedy stand, entschied ich mich dann, gemeinsam mit ihm, das Rennen zu beenden.

 

Schließlich war ich an den Start gegangen, um eine Medaille zu holen, und danach sah es im Moment leider nicht aus. Auch wenn es eigentlich nicht meine Art ist, ein Rennen vorzeitig zu beenden, in diesem Fall war diese Entscheidung einfach die richtige.

 

Mit Tränen in den Augen und zutiefst enttäuscht verließ ich die Strecke. In diesem Moment war mein großer Traum endgültig geplatzt, aus dem Tag, der der Beste in meinem Sportlerleben werden sollte, wurde einer der schlimmsten.

 

Die Form war sicher nicht auf dem Niveau, wie sie ohne die Verletzung im Vorfeld gewesen wäre, und ehrlicherweise muss ich sagen, dass es für den Titel an diesem Tag nicht gereicht hätte, vermutlich war auch die Silbermedaille schwierig zu erreichen, spürte ich doch die nachlassende Kraft auf der zweiten Runde. Doch ich denke, zumindest für die Bronzemedaille hätte es an diesem Tag gereicht und das wäre dann nach dieser ganzen Vorgeschichte für mich auch ein zufrieden stellendes Resultat gewesen.

 

So bleibt für mich nur eine große Enttäuschung und Leere. Durch viele negative Faktoren wurde es nichts mit meinem Ziel. Doch leider gehört auch so etwas zu einem Sportlerleben dazu, und das wichtigste ist, dass man wieder aufsteht!

 

"It does not matter how many times you get knocked down, but how many times you get up." Vince Lombardi

Zurück im Renngeschehen!

06.05.2013     Gute Nachrichten! Gestern konnte ich nach 5 wöchiger Rennpause mein Comeback im Rennzirkus geben! Bei der Baden- Württembergischen Meisterschaft auf der Straße wollte ich einerseits mein Knie unter Rennbedingungen testen und andererseits mit diesem harten Rennen über 10 Runden à 12,7 km und 195 Höhenmeter meine Form für die nächste Woche noch so gut wie möglich anheben.

 

Die gute Nachricht zuerst: Das Knie hält und ich denke, dass ich dieses Kapitel endgültig hinter mir habe. Zum Glück! Vielen Dank an dieser Stelle auch nochmal an Herrn Dr. Baumann aus Pfullingen, Dr. Christian Schulze, einen guten Freund, der mit stets mit Rat und Tat aus der Ferne zur Seite steht und meine beiden Physiotherapeuten Volker Werner und Christian Lässig! Ihr alle habt super Arbeit geleistet und jedem einzelnen von euch habe ich zu verdanken, dass ich jetzt wieder auf dem Rad sitze, auch wenn die Pause mit 3,5 Wochen doch beträchtlich war...

 

Die nicht ganz so gute Nachricht: Natürlich hat diese lange Pause ihre Spuren hinterlassen und die Form ist sicherlich nicht bei 100%. Jedoch ist die Grundform sehr solide und ich hoffe, mit der gestrigen Belastung vertrage ich am kommenden Sonntag auch die Belastungsspitzen besser und habe eine gute Rennhärte. Im Rennen gestern habe ich die ersten beiden Runden fleißig vorne an der Spitze mitgemacht beim attackieren, musste dann jedoch, als die rennentscheidende Spitzengruppe sich absetzte, abreißen lassen. In diesem Moment war ich einfach am Anschlag und konnte dem späteren Sieger, Christopher Schmieg von den Racing Students, nicht folgen. Die nächsten 2 Runden im Feld waren eher easy, doch dann bekam ich leider schon Probleme mit Krämpfen. Sicher auch ein Indiz dafür, dass meinem Körper einfach ein paar harte Rennen in diesem Jahr fehlen. Just in dieser Phase teilte sich das bis dahin eh schon stark dezimierte Feld (noch ca. 50 Fahrer von knapp 200 am Start) nochmals in zwei Teile. Aufgrund der Krämpfe konnte ich nicht reagieren und fand mich so im hinteren Teil wieder.

 

Wie so oft verwandelte sich mein Körper dann komplett, als ich Cola gereicht bekommen habe. Auf einmal fühlte ich mich großartig und die Krämpfe verschwanden fast vollständig. So bin ich die letzten 3 Runden komplett (!!!) von vorne gefahren;-) Auf diese Art und Weise habe ich dann einerseits etwas Selbstbewusstsein getankt, andererseits gesehen, dass die Form doch ganz gut ist und drittens, den Rennradfahrern einiges an Respekt abverlangt...

 

Diese Woche steht in erster Linie Regeneration von den vergangenen beiden harten Trainingswochen an, um das Training wirken zu lassen und hoffentlich noch einen Leistungssprung zu machen. Am Freitag reise ich dann nach Singen an, und dann beginnt sie endgültig, meine große Mission und mein großes Ziel!

 

Nach dieser schwierigen Vorbereitung weiß ich natürlich, dass es nicht einfach wird, zumal auch die nationale wie internationale Konkurrenz sehr stark sein wird! Ich bin gespannt und hoffe natürlich, dass ich mit dieser unkonventionellen Vorbereitung trotzdem noch eine super Form an den Start bringen kann und letztendlich wird dann auch die Tagesform entscheiden.

 

Ich würde mich sehr über möglichst viele Fans an der Strecke freuen und über viele Leute, die an mich denken und mir die Daumen drücken! Spätestens am Montag wisst ihr, ob ich meinen Traum verwirklichen konnte und wie es mir gegangen ist.

Es ging nicht gut los...

20.04.2013     Schlechter kann meine Saison eigentlich gar nicht anfangen! Wenige Tage vor dem Rennen in Bad Säckingen stellten sich bei mir Knieschmerzen ein. Diese wurden dann von Tag zu Tag stärker, so dass ich nun seit dem Rennen dort mehr oder weniger zum pausieren gezwungen bin. In unregelmäßigen Abständen probiere ich aufs Rad zu sitzen, doch jedes Mal beginnen spätestens nach einer halben Stunde die Schmerzen. Die Docs, Physios und ich versuchen alles, doch es wird einfach nicht besser. Es handelt sich wohl einfach "nur" um eine hartnäckige Entzündung, die aber nicht besser wird, bzw. durch die Belastung beim Radfahren sofort wieder gereizt wird. Die Zeit rennt mir natürlich davon, aber es geht einfach nicht, mit diesen Schmerzen zu trainieren und ich will meine Gesundheit auch langfristig nicht ruinieren!

 

Ich halte euch auf dem laufenden. Drückt mir die Daumen, dass es jetzt endlich aufwärts geht!!

Zum dritten Mal auf Malle!

24.03.2013     Zum dritten Mal in dieser Saison bin ich im Moment auf Mallorca zum Training. So oft war ich, glaube ich, vor diesem Jahr insgesamt auf Mallorca..:) Aktuell bin ich hier aber nicht privat oder mit der Deutschen Nationalmannschaft zum Trainingslager hier, sondern mit dem TOUR Team powered by Bulls. Das Rennrad Magazin TOUR betreibt seit 3 Jahren ein Jedermann- und Breitensport Team, welches dieses Jahr zum ersten Mal von Bulls gesponsert wird. Deswegen hat mich die ZEG hierher geschickt, um mit den Fahrern ein paar Tage zu trainieren und ihnen ein paar wertvolle Tipps zu geben.

 

Die Teamfahrer werden dieses Jahr unter anderem an so großen Rennen wie dem Ötztaler Marathon teilnehmen. Hier im Trainingslager stehen für sie neben dem Training auch andere wichtige Dinge wie Leistungstest, Foto-Shooting, Videodreh etc. an. Ich freue mich, hier dabei zu sein. So komme ich auch mal mit anderen Radsportlern in Kontakt und es ergeben sich interessante Gespräche!

 

Genau heute in einer Woche geht die Saison "so richtig" mit den Bundesliga- Auftakt in Bad Säckingen los. Am vergangenen Wochenende bin ich Zuhause noch bei einem Kriterium in Nürtingen direkt bei mir um die Ecke gestartet. Das Trainingslager und vor allem das Krafttraining am Vortag steckten mir dann doch aber noch sehr in den Knochen und so konnte ich nur bei den ersten beiden Sprints Punkte holen. Meine Absicht war aber auch nicht, das Rennen zu gewinnen, sondern eine harte und intensive Belastung mit vielen Tempowechseln zu haben.

 

Dieses Ziel habe ich erreicht, auch wenn ich nach der Hälfte der Distanz Krämpfe bekam und nicht mehr mit reinhalten konnte bei den Wertungssprints. Aber es kann auch ganz gut sein, muskulär mal voll ans Limit zu gehen und den Körper so zu belasten. Die Form ist auf jeden Fall gut, sicher noch nicht bei 100% aber das wäre jetzt auch noch deutlich zu früh, denn mein ganz ganz großes Ziel ist erst am 12. Mai: Die Marathon Europameisterschaft in Singen.

 

Davor will ich insbesondere noch beim Bundesligarennen in Münsingen am 14. April eine Top Leistung zeigen, denn dieses Rennen gehört schon immer zu meinen Lieblingsrennen und ist fast direkt vor der Haustüre! Über diese beiden Rennen und das Bundesligarennen in Heubach eine Woche später will ich meine form sukzessive steigern, so dass sie Anfang Mai ihren Höhepunkt hat. Eine Woche vor der EM wird es für mich nochmals eine Rückkehr auf die Straße geben. Ich plane die Baden- Württembergische Zeitfahrmeisterschaft und das Straßenrennen am folgenden Tag zu fahren.

 

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